Smarter Weinberg

5G Anwendungen in Europas steilsten Weinbergen

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Hintergrund

Das Moseltal im Landkreis Cochem-Zell mit seiner einzigartigen Kulturlandschaft und fast 2000-jährigen Weinbautradition zeichnet sich durch bewirtschaftete Steil-/Steilstlagen aus. Um dem stetigen Rückgang der Rebanbauflächen im Anbaugebiet Burg Cochem entgegenzuwirken und die einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten, soll das Projekt Smarter Weinberg die Arbeit in den Steil-/Steilstlagen durch zukunftsfähige Digitalisierung und Automatisierung erleichtern.

Das Projekt

Das Projekt Smarter Weinberg soll die regionalen Winzerbetriebe, die die Terrassen an der Mosel bisher überwiegend in Handarbeit bewirtschaften, stärken und insgesamt eine ökologischere, nachhaltige und sicherere Bewirtschaftung der Steil-/Steilstlagen im Weinbau ermöglichen. Jährlich wiederkehrende Arbeiten wie Bodenbewirtschaftung, Entlaubung und Spritzen zählen zu den zeitintensivsten Arbeiten im Steillagenweinbau. Im Projekt Smarter Weinberg werden ganzheitlich Web-basierte Anwendungen für Winzerbetriebe entwickelt, die einerseits diese wiederkehrenden Tätigkeiten mithilfe von Robotik, KI, IoT-Sensorik und Bilderkennung (teil-)automatisieren und andererseits durch eine intelligente Nachnutzung der gesammelten Daten über eine zentrale Datenplattform die Winzerbetriebe unterstützen.

Mit dem Projekt Smarter Weinberg sollen unter Nutzung der neuen 5G-Mobilfunkinfrastruktur neue Möglichkeiten zur Unterstützung der Arbeit in Steil- / Steilstlagen etabliert und ein Beitrag zum Erhalt der ökologisch wertvollen Kulturlandschaft geleistet werden. Insbesondere im Steilstlagenweinbau sind technische Lösungen bisher begrenzt. Die Arbeit der Winzer*innen im Weinberg birgt einen erheblichen Mehraufwand in einer gefährlichen Arbeitsumgebung. Insgesamt zielt das Projekt Smarter Weinberg darauf ab, Arbeitsplätze in Weinbau und Tourismus zu sichern und den Wirtschaftskreislauf der historischen Weinberglandschaft mit bewirtschafteten Steilhängen, die zahlreiche Touristen in den Landkreis locken, aufrecht zu erhalten.

Abschlussveranstaltung

Die Abschlussveranstaltung des 5G Projektes Smarter Weinberg hat am Dienstag, den 19.11.2024 im Kulturzentrum Kapuzinerkloster in Cochem stattgefunden.

Die Veranstaltung richtete sich an alle Interessierten aus der Wissenschaft, Landwirtschaft, Industrie und Politik, sowie an Interessierte aus weiteren 5G-Projekten, welche im InnoNT Programm oder im Programm zur 5G-Umsetzung gefördert sind.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden die zentralen Ergebnisse der beiden 5G-Schwesterprojekte NoLa und Smarter Weinberg vorgestellt, insbesondere die in den Projekten entwickelten Technologien und Praxisanwendungen.

Folien zur Abschlussveranstaltung vom 19.11.24

Bausteine

5G - Mobilfunknetz

Die Übertragung und Auswertung der Daten zwischen Weinberg und Rechenzentrum muss in Echtzeit geschehen. Diese Rechtzeitigkeit erfordert sehr geringe Latenzzeiten, die nur durch die Leistungsfähigkeit des 5G-Mobilfunknetzes gewährleistet werden können.

Robotikplattform für Steilhänge

‌Im Projekt Smarter Weinberg wird ein erster Prototyp einer Fahrzeugplattform mit alternativem Bodenantrieb für Steilstlagen entwickelt. Das Raupenfahrzeug enthält Anbaugeräte für Bodenbearbeitung, Spritzung und das Entlauben der Pflanzen.

Rechenzentrum mit Datenplattform

Es wird ein Rechenzentrum mit intelligenter Datenplattform zum Sammeln, Auswerten und längerfristigen Nutzen klimatischer, ökologischer und weinbautechnischer Daten benötigt. Diese Daten gehen unter anderem aus dem Sensornetzwerk hervor.

Sensornetzwerk

‌Geplant ist ein im Weinberg installiertes LPWAN-Sensornetzwerk samt Bilderkennung, welches zum einen den Einsatzbereich kartographiert und damit zum anderen die (teil-)automatische Bewegung und Steuerung der Robotikplattform im Steil-/Steilstlagenbereich ermöglicht.

Kiwi

‌Das Ziel des KI-basierten Weinbau-Informationsmanagement Systems (KIWI) ist es, alle betriebsrelevanten Daten, Arbeitsvorgänge und Kennzahlen übersichtlich darzustellen, sodass die Winzer*innen einen tagesaktuellen Überblick über ihre Anlagen und den Betrieb haben.

Evaluation und Marktpotential

Während und am Ende des Projektes werden die erarbeiteten Lösungen zusammen mit den Winzer*innen evaluiert, um das Marktpotential abzuschätzen und die tatsächliche Reduzierung der von den Winzer*innen aufgewendeten Arbeitszeit und Kosten zu ermitteln.

Verbundpartner

Univerisität Koblenz

Projektkoordination und – durchführung

DLR Mosel

Dienstleistungszentrum

aeroDCS

aeriale Fernerkundung

vision&robotics

Sensortechnik

RLP DLR

Dienstleistungszentrum

Weingut Franzen

Winzer

Clemens Technologies

Wein- und Obstbautechnik

Weingut Weis

Winzer

Ansprechpartner

Prof. Dr. Maria A. Wimmer

Leiterin der Forschungsgruppe E-Government
an der Universität Koblenz

Telefon

+49 261 287-2646

E-Mail

wimmer@uni-koblenz.de

Adresse

Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Deutschland